Cádiz – das Ende einer langen Reise

Die letzten Kilometer
Der ultimative Beweis

Die Stadt an der spanischen Atlantikküste hat es mir bereits auf einer früheren Reise angetan. Die exponierte Lage auf einer Landzunge hat mich fasziniert. Die schmalen Gassen und kleinen Plätze haben ihren Reiz. Man meint, von jeder Gasse direkt ans Meer zu gelangen. Zudem ist die Altstadt recht überschaubar.

Also hatte ich mich dafür entschieden, meine Tour an diesem schönen Ort enden zu lassen.

Europa von Nord nach Süd im Überblick

Bereiste Länder

🇳🇴 Norge
🇸🇪 Sverige
🇩🇰 Danmark
🇩🇪 Deutschland
🇳🇱 Nederland
🇧🇪 Belgien
🇫🇷 France
🇪🇸 España

Radetappen: 84
Gefahrene Kilometer: 5854
Höhenmeter im Anstieg: 42.750

Auch auf diesem Teil meiner Reise hat mich das Team des Rosenheimer Reiseservice https://www.roreiseservice.de/ um Frau Busch und Frau Flemming wieder tatkräftig unterstützt. Das die Tour unfall- und pannenfrei verlief habe ich auch dem Team des Velodrom Rosenheim https://www.villa-velodrom.de/ von Matthias Drescher zu verdanken. Vielen Dank auch an alle Freunde und Gleichgesinnte für die zahlreiche Resonanz.

Bevor es jedoch wieder nach Hause geht, werde(n) ich/wir uns noch ein paar Tage an der sonnigen Costa del sol erholen.

Hasta luego!

Andalusien

Nachdem ich die letzten Berge der Extremadura überwunden habe, komme ich ins sonnenverwöhnte Andalusien.

Andalucia

Olivenhaine – soweit das Auge reicht –  prägen hier das Landschaftsbild

Und schon bin ich mittendrin in der Metropole Sevilla. Der Spätsommer mit angenehmen Temperaturen lockt zahlreiche Touristen in die Stadt.

Sevilla

Am Plaza de España herrscht, wie immer, reges Treiben.

Plaza de España

Bei einem Bummel durch die Gassen von  Santa Cruz geht es weniger turbulent zu.

Jamon Iberico

Das Endziel meiner Tour ist nun schon zum Greifen nah und ich hoffe, die Atlantikküste im Süden Spaniens in wenigen Tagen zu erreichen.

Extremadura

Von Bejar aus führt zunächst der „Via verde de la plata“ über eine alte Bahntrasse hinunter nach Plasencia. Ich genieße eine zweistellige Abfahrt über 700 Höhenmeter, es tut einfach gut..

Via verde de la plata

In Hervás gibt es ein kleines Museum, dass den Bau und Betrieb der Bahnlinie veranschaulicht. Für einen passionierten Eisenbahner wie mich ist das allemal interessant.

Hervás

Die Extremadura im Westen Spaniens unweit der portugiesischen Grenze ist etwas abgelegen. Hier dominieren ausgedehnte Korkeichenwälder mit Seen und Bergen.

Extremadura

Ich treffe nur selten Reiseradler wie mich, aber dann treffe ich Jean aus Frankreich, er ist auf großer Europatour.

Jean

In Cáceres lege ich wieder einen Ruhetag ein und habe Gelegenheit, die Altstadt im Abendlicht zu erkunden.

Cácares
Plaza mayor de Cácares

Inzwischen bin ich in der Hauptstadt der Extremadura in Mérida angekommen und bis Andalusien ist es nicht mehr weit.

Mérida

Kastilien y León

Die autonome Region liegt in einer Hochebene unweit der portugiesischen Grenze. Im Gegensatz zum grünen Norden ist die Gegend trockener. Dennoch gibt es einige Wasser führende Flüsse.

Douro
Valladolid

Beim alljährlichen Toro de la Vega in Tordesillas werden Stiere von Reitern mit viel Tamtam durch den Ort getrieben. Ich erfahre, dass dabei heute ein Beteiligter lebensgefährlich verletzt wurde. Aber die Spanier lieben den Nervenkitzel.

Tordesillas

Salamanca ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und besticht mit seiner von hellem Sandstein geprägten Architektur.

Salamanca

Nach einem weiteren Ruhetag geht es morgen weiter, es geht erst einmal wieder hinauf. Der Eurovelo 1 ist hier kaum noch beschildert. Ohne Kartenmaterial oder Navigation fällt die Orientierung schwer. Meistens sind die gut ausgebauten und kaum befahrenen Nebenstraßen die bessere Wahl.

La Rioja

Diese Region ist bekannt für ihre blutroten und kräftigen Weine. Die Reben hängen übervoll mit süßen Trauben, da greift man gerne zu.

La Rioja

Den Radweg teilen sich hier Radfahrer und Pilgerer auf dem Jakobsweg.

Camino de Santiago

Unterwegs treffe ich auf Thore aus Norwegen, der mit seinen Geschwistern auf dem Camino de la Plata auf Radtour ist. Sie wollen natürlich viel über meine Reise erfahren.

Auf der Weitrreise nach Kastilien passiere ich den (bisher) höchsten Punkt meiner gesamten Tour.

Bergwertung
Osborne lässt grüßen

Viva España

Bei Hendaye überschreite ich die Grenze nach Spanien, bis Donostia/ San Sebastian ist es dann nicht mehr weit. Am Abend treffe ich mich nochmals mit Britta aus Schweden, bevor sich unsere Wege hier trennen.

Bahia de la Concha

Die nächstgelegene Metropole im Baskenland ist Bilbao, dass ich bequem mit dem Bus erreiche. Ich möchte mir das Guggenheim Museum auf keinen Fall entgehen lassen.

Guggenheim Museo

Ich habe mich kundig gemacht. Und Ja, das ist alles Kunst, Und Nein, das kann nicht weg.

Von Hendaye führt mich der Radweg nun von der Atlantikküste ins Landesinnere, in das alte Königreich Navarra.

Unterwegs in Navarra

Die ersten Ausläufer der Pyrenäen gilt es nun zu überwinden. Der Radweg ist bis Pamplona gut ausgeschildert. Danach teilen sich Pilgerer und Radreisende den Weg.

Pamplona

Zunehmend wird der vermeintliche Radweg Eurovelo 1 ungemütlich, nicht nur die zackigen Steigungen sondern auch die Beschaffenheit des Trails machen ihn fast unfahrbar. Ein Einheimischer sagte mir, dass er bisher nur selten Radfahrer auf diesem Trail gesehen hat. Ich rufe Plan G (Goggle Maps) auf und fahre auf wenig befahrenen Nebenstraßen bedeutend besser.

Aquitanien

Von Bordeaux aus erstreckt sich bis zur spanischen Grenze diese südwestlichste Region Frankreichs. Im Gegensatz zur Cote d’Azur geht es hier weniger mondän zu, denn das Klima an der Atlantikküste ist rauher. Nichtsdestotrotz wird die Küste im Sommer von vielen Touristen bevölkert, die sich hier auch mit schmalem Geldbeutel Urlaub leisten können. Es gibt unzählige gut ausgestattete Campingplätze an der Küste und den angrenzenden Seen, es wird auch viel spanisch gesprochen.

Schwanensee

Eine der viel besuchten Sehenswürdigkeiten ist die Dünenlandschaft Dunes du Pilat.

Dunes du Pilat
Dunes du Pilat

Nun befinde auch ich mich auf dem Jakobsweg.

Jakobsweg

Nach mehreren Wochen unterwegs steht wieder einmal eine Grundreinigung an.

Waschtag

Bis zur spanischen Grenze ist es nun nicht mehr weit….

Bordeaux

Die Stadt an der Mündung der Garonne gilt unumstritten als Welthauptstadt des Weins und ist damit ein absolutes Muss für jeden Weinliebhaber.

Bordeaux

Obligatorisch ist der Besuch des futuristischen Weinmuseums Cité du Vin. Hier erfahre ich sehr anschaulich dargestellt viel über die Geschichte und weltweite Entwicklung des Weinanbaus.

Cité du Vin

Bedauerlicherweise kommt das Lieblingsgetränk der Franzosen zunehmend aus der Mode, junge Menschen greifen lieber zum Flaschenöffner als zum Korkenzieher. So werden in der Region um Bordeaux erste Weinberge gerodet.

Von der Besucher Plattform in der 8. Etage kann man bei einem erlesenen Tropfen den Blick über die Stadt schweifen lassen.

Garonne und Pont Jaques Chaban Delmas

Die quirlige Metropole hat neben dem Wein mehr zu bieten. Am Place de la Bourse hat man einen großen Wasserspiegel anglegt, an dem sich Jung und Alt Vergnügen.

Miroir d’eaux


Hier in Bordeaux habe ich nun mit über 1800 Radkilometer mehr als die Hälfte der diesjährigen Tour zurückgelegt, einen passenderen Ort und Zeitpunkt für ein „Bergfest“ , als Bordeaux hätte es kaum geben können.

Place de la Bourse

Bretagne

Bretagne

Von Rennes führt ein idyllischer Radweg an der Vilaine entlang bis Redon.

An der Vilaine

Hier stosse ich dann wieder auf einen alten Bekannten, den Eurovelo 1, auf welchem ich im letzten Jahr am Nordkapp diese Tour begann. Man hat ihm den Namen Vélocéan verliehen.

VÉLOCÉAN

Bei Saint-Nazaire überquere ich die Mündung der Loire und befinde mich nun in der Provinz Pays de la Loire.

Pornic
Saint-Gilles-Croix-de-Vie

Die Landschaft wird zunehmend mediterraner. Die zahlreichen Kanäle erinnern an Venetien.

Regional Natural Park of the Marais Poitevin

Hier treffe ich auf  Britta aus Schweden, sie ist auf dem Weg von Holland nach Lissabon.

Inzwischen bin ich in La Rochelle angekommen und gönne mir einen Ruhetag zum Sightseeing und Relaxen.

La Rochelle

Normandie

Nach einigen Tagen Pause sitze ich wieder im Sattel und radle weiter durch die Normandie. Zweifellos gehört Mont-Saint-Michel zu einem der Höhepunkte dieser Tour. Schon von Weitem lässt sich das imposante Bauwerk ausmachen.

Mont-Saint-Michel

Je näher man jedoch heran kommt, umso mehr Menschen trifft man. Es sind Ferien und so wimmelt es nur so von Besuchern. Nur mit viel Glück kann man das Bauwerk unbemenscht fotografieren.

Ich bummle ein wenig durch die Gassen unterhalb der Abtei, gebe aber auf Grund der Menschenmenge nach kurzer Zeit entnervt auf.

Der Bürgermeister des Ortes sagt, man könne genau die Touristen von den Besuchern unterscheiden. Die Touristen fotografieren sich selbst vor dem Bauwerk, um die Fotos dann in den sozialen Medien mit der halben Menschheit zu teilen.

Am Abend, wenn die meisten Besucher weg sind, kann man dann das Ganze in Ruhe beim Sonnenuntergang auf sich wirken lassen.

Mont-Saint-Michel am Abend

Bei schönem Wetter tummeln sich viele Strandsegler an der flachen Küste und nutzen die kräftigen Winde aus. Bei diesem Anblick überlege ich kurz, ob ich meine Rosinante gegen solch ein Gefährt eintauschen sollte.

Strandsegler bei Cherruaix

Eine Tages Reise entfernt wartet mit Saint-Malo das nächste Highlight der Reise. Die geschichtsträchtige Stadt weckt Kindheitserinnerungen an die legendären Mantel und Degen Filme.

Das Wappen von Saint-Malo
Saint-Malo