Auch Frankreich verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz gespickt mit interessanten Sehenswürdigkeiten, und auch in den Städten gibt man Radfahrern genügend Raum.
Radweg entlang der Orne
Die Städte wie Amiens und Rouen beeindrucken mit ihren gewaltigen Kathedralen
Kathedrale von Rouen
Inzwischen bin ich in der Normandie angekommen.
Unterwegs in der Normandie
Auch hier sind die Spuren des letzten Weltkriegs unverkennbar. Auf einem der zahlreichen Deutschen Soldatenfriedhöfe konnte ich tatsächlich das Grab eines meiner Vorfahren entdecken.
Le Mont-Saint-Michel und Saint-Malo sind meine nächsten Ziele auf die ich mich schon freue
Die gesamte belgische Nordseeküste ist mehr oder weniger bebaut und wird gesäumt von einer schier endlosen Strandpromenade. Diese teilen sich dann sowohl Flamierende Touristen und Radler.
Ostende
Kurz vor dem geschichtsträchtigen Dunkerque ist man schon in Frankreich. Die Zeichen der Kriegszeiten sind noch sichtbar.
Dunkerque
Die Küstenregion hier wird als Opalküste bezeichnet, der Name bezieht sich auf die Färbung des Wassers, was ich auf Grund der Wetterkapriolen nicht überprüfen konnte.
Gravelines
Zwischenzeitlich war ich einige Tage offline, mein treuer Reisebegleiter „Johannes “ aus dem Hause Samsung hat unangekündigt seinen Dienst quittiert. Da merkt man, wie hilflos und abhängig man inzwischen von technischen Hilfsmitteln ist – vor allem als Alleinreisender. Aber nun hat sein Nachfolger den Dienst angetreten.
Hier in Calais findet das Kapitel Nordseeküste seinen Abschluss und wird zünftig gefeiert. Die gegenüberliegende Seite des Ärmelkanal in Dover ist nur schemenhaft zu erahnen.
Hotel de Ville de Calais
Hier verlassse ich nun die Nordseeküste und reise weiter in Richtung Südwesten durch die nordfranzösische Region Hauts-de-France der Atlantikküste entgegen.
Von Emden kommt man mit der Emsfähre über den Dollard hinüber nach Holland
Am Dollard
Wenn ich auf meiner bisherigen Reise Dänemark als Eldorado für Radfahrer erklärt habe, so gilt das gleichermaßen für Holland. Die Radwege sind sowohl auf dem Land als auch in den Städten vorbildlich, allerdings muss man gerade in den Städten höllisch aufpassen, da die ausgewiesenen Radwege auch von Mopeds etc. benutzt werden.
Unser Nachbarland ist gar nicht so klein, wie man meint, vom Nordwesten bis zum Südosten sind es immerhin ca. 480 Radkilometer.
Alkmaar
Mit dem Zug fahre ich ins nahegelegene Amsterdam und stürze mich in das Getümmel. Die Metropole gibt sich sehr weltoffen und tolerant, überall wehen Fahnen mit den Regenbogenfarben.
Amsterdam Blumenmarkt
Nun wende ich mich dem nächsten Land auf meiner Reise zu. An der Nordseeküste geht es nach Belgien.
An der Elbmündung stosse ich auf den Nordseeküsten- Radweg https://de.eurovelo.com/ev12 , dem ich nun in Richtung Westen folge. Begleitet werde ich von der hier typischen steifen Brise – meistens von vorn – sowie leicht erhöhter Luftfeuchtigkeit in Form von „liquid sunshine“. Aber mit der richtigen mentalen Einstellung ist das kein Problem.
Am Jadebusen
Der Weg führt durch den Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“,der zurecht zum Unesco Biosphärenreservat erklärt wurde. Die Gezeiten modellieren hier eine einzigartige Landschaft.
Zuweilen lauern auf dem Weg ungeahnte Gefahren.
Ostfriesland hat auch einige sehr sehenswerte Orte, die man auf dem Radweg passiert.
Wilhelmshaven Jever
Auf der Weiterreise werde ich nun Deutschland verlassen und auf der holländischen Seite dem Nordseeküsten-Radweg weiter folgen.
Wieder zurück in der Hansestadt werde ich meine Reise gen Süden fortsetzen. Von der Besucherplattform der Elbphilharmonie genieße ich noch einen schönen Ausblick auf Hafen und Landungsbrücken, bevor ich aufbreche.
ElphieHamburg
An der Süderelbe entlang fahre ich durch das Alte Land, das größte Obstanbaugebiet Deutschlands. Mein nächstes Ziel ist die Elbmündung bei Cuxhaven.
Nach mehr als zwei Monaten im Sattel komme ich in Hamburg an und werde von meiner Familie freudig empfangen.
Hier werde ich es für dieses Jahr dabei bewenden lassen. An dieser Stelle möchte ich mich schon einmal bedanken bei meinem treuen Reisegefährten Peter Mair für den Begleitschutz, beim netten Team des Rosenheimer Reiseservice https://www.roreiseservice.de/ um Frau Busch und Frau Flemming für die organisatorische Unterstützung, beim Team des Velodrom Rosenheim https://www.villa-velodrom.de/ von Matthias Drescher für die technische Betreuung und nicht zuletzt bei meiner Familie und den vielen Freunden fürs Mitfiebern und Daumendrücken.
Was bisher geschah
Hier nebenbei noch ein paar Eckdaten:
Gefahrene Kilometer: 2508
Höhenmeter im Anstieg: 20301
Pannen / Unfälle: 1/0
Erlegte Wildtiere (Mygga) > 10000
Verfluchungen: > 1000
Timeout
Die Tour ist noch nicht zu Ende. Vielmehr werde ich diese an gleicher Stelle im nächsten Jahr fortführen entlang der Nordseeküste und am Atlantik bis Cadiz in Südspanien. Ich werde auch darüber im Blog berichten …
Ganz Dänemark ist ein Eldorado für Radfahrer. Die Wege sind abwechslungsreich und gut beschildert.
Daher sind viele Radler anzutreffen, eine viel befahrene Route ist u.a. Berlin-Kopenhagen.
Ich folge hier noch immer dem Ostseeküstenradweg, der hier auch oft direkt an der Küste verläuft. Dadurch bieten sich oft willkommene Badegelegenheiten.
Abends erlebe ich am Meer einmal mehr einen atemberaubenden Sonnenuntergang und zeitgleich steigt auf der anderen Seite der Vollmond aus dem Meer. Bei einem Glas Wein stellt man dann einmal mehr fest, dass sich die Strapazen gelohnt haben.
SunsetMonrise
Letztendlich bin ich dann aber doch froh, in Schleswig-Holstein wieder in heimische Gefilde zu kommen.
Nachdem ich Schweden mit dem Zug über die Øresundbrücke verlasse treffe ich Dänemarks Hauptstadt ein.
Auf der gesamten bisherigen Tour habe ich nicht annähernd soviele Radfahrer gesehen, wie hier an einem Tag.
Nicht umsonst gilt Kopenhagen als Europas Fahrradhauptstadt. Die Stadtväter haben aufgezeigt, wie man eine Metropole fahrrad- und somit umweltfreundlich gestalten kann. In dieser Hinsicht sind wir noch ein Entwicklungsland.
Nyhavn
Nyhavn und die kleine Meerjungfrau sind einen Besuch wert.
Meerjungfrauen
Schloss Rosenborg und der Botanische Garten sind weitere Highlights.
Schloss Rosenborg
Nun bin ich neugierig, was Dänemark auf meiner Weiterreise noch zu bieten hat…
Die Reise in Richtung Süden am Schärengarten entlang geht weiter
Hier muss erwähnt werden, dass der Name Ostseeküstenradweg nur bedingt zutrifft, denn vom Meer kommt man wenig zu sehen. Das liegt auch daran, dass die Küste mit ihren tausenden kleinen Schäreninseln stark zerklüftet ist und der Radweg somit überwiegend auf Landstraßen im Hinterland verläuft.
Spirit Island
Auch wenn am Radweg entlang der Landstraßen wenig Verkehr herrscht, lauern überall Gefahren.
Die Schweden lieben ihren Handel mit Trödel und überall findet man den Hinweis „Loppis „
Etwas weiter südlich von Stockholm komme ich an den Götakanal, das Blaue Band Schwedens und habe das Vergnügen, diesem ein Stück zu folgen.
Der Spätsommer hat hier schon Einzug gehalten und die Zugvögel formieren sich für ihren Flug in den Süden…
Wir erleben einen Kulturschock – nach Wochen im Off tauchen wir mitten ins Großstadtleben ein.
Stockholm bietet eine fast unüberschaubere Auswahl an Sehenswürdigkeiten an und auch wenn wir uns ein paar Tage aufhalten, fällt die Auswahl schwer.
Wir treffen Freunde aus Tirol und bummeln gemeinsam durch die Altstadt Gamla Stan
Im Freiluftmuseum Skansen haben wir nun auch Gelegenheit, die Tierwelt des Nordens live zu erleben, was uns auf der bisherigen Tour nur selten gelang.
Hier trennen sich nun unsere Wege, mein Reisegefährte, Peter Mair wird hier die Heimreise antreten, unaufschiebbare Termine lassen für ihn keine Weiterreise zu. Das heißt, ich werde meinen Weg in Richtung Süden allein und ohne Begleitschutz fortsetzen. Natürlich werde ich auch weiterhin im Blog berichten. Schaut einfach mal rein oder abonniert den Blog, so werdet ihr informiert, wenn’s was Neues gibt.